|
02.07.2010
Raub
lohnt sich nicht - Räuber landen trotz kleiner Beute häufig
hinter Gittern! Handtaschenräuber mit Foto aus Überwachungskamera
gesucht
Am 18. Juni kam es in Heilbronn zu zwei Raubüberfällen auf
Passantinnen auf offener Straße. Ziel der bislang unbekannten
Räuber waren jeweils deren Handtaschen. Nach dem ersten
Raub, bei dem kurz vor 21.20 Uhr in der Schillerstraße eine
90-jährige Rentnerin leicht verletzt wurde, verlief die
Sofortfahndung der Polizei ohne Erfolg. Beim zweiten Raub,
eine halbe Stunde später, wurden die beiden Täter vor der
eigentlichen Tat von einem Zeugen im K3 beobachtet, wie
diese eine Passantin, die an einem Geldautomat Geld abheben
wollte, ausspionierten. Da dies dem Zeugen aufgefallen war,
beobachtete er die beiden Täter weiterhin und wurde so Augenzeuge
des Überfalls. Auch andere Passanten bemerkten den Überfall.
Verfolgt von der Geschädigten und Zeugen konnte dem Haupttäter
seine Beute, die Handtasche der überfallenen Frau, wieder
abgenommen werden. Der Unbekannte konnte anschließend jedoch
flüchten. Auch der Mittäter konnte unerkannt entkommen.
Aufgrund
der räumlichen und zeitlichen Nähe, sowie der teilweise
übereinstimmenden Personenbeschreibungen bei beiden Raubstraftaten
schließt die Kriminalpolizei nicht aus, dass es sich um
dieselben Täter handelte. Nach der Auswertung einer Überwachungskamera
konnten Bilder der mutmaßlichen Täter erlangt werden (siehe
unten). Beide sind zwischen 16 und 20 Jahre alt und 1,70
bis 1,75 Meter groß.

Aufgrund
des äußeren Erscheinungsbildes kann davon ausgegangen werden,
dass es sich um Südländer handelt. Die Staatsanwaltschaft
und die Polizeidirektion Heilbronn haben folgende Fragen:
Wer
kennt diese Personen?
Wer hat am Tatabend weitergehende Beobachtungen gemacht?
Einschließlich
dieser beiden Taten wurden in diesem Jahr bereits insgesamt
32 Raubüberfälle auf den Straßen des Stadt- und Landkreises
Heilbronn polizeilich registriert. In 18 Fällen konnten
insgesamt 31 Tatverdächtige ermittelt und festgenommen werden.
Für 17 von ihnen ordnete ein Haftrichter die Untersuchungshaft
an. Zwei Raubüberfälle waren vorgetäuscht.
Besorgniserregend ist die stark zunehmende Gewalt der Täter.
Im Jahr 2010 wurden insgesamt 15 Opfer verletzt, hiervon
vier sogar schwer. Zuletzt traktierten zwei jugendliche
Räuber ihr am Boden liegendes Opfer derart, dass der 64-Jährige
mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden
musste. "Diese Tendenz ist auch beim räuberischen Diebstahl
feststellbar", erklärt Kriminaldirektor Volker Rittenauer.
Der Chef der Heilbronner Kriminalpolizei ergänzt: "Bei diesem
raubverwandten Delikt, bei dem zum Beispiel der Ladendieb
durch den Einsatz von Gewalt versucht, die bereits in seinem
Besitz befindliche Beute zu sichern, zeigt sich, dass selbst
mutmaßlich harmlose Ladendiebe vor der Anwendung von Gewalt
nicht zurückschrecken." Auch beim räuberischen Diebstahl
konnten bei den 2010 bekanntgewordenen sieben Fällen sechs
Täter festgenommen werden.
Einen
wichtigen Beitrag zur Tataufklärung leisten auch aufmerksame
und couragierte Bürger. So konnten bei einigen zurückliegenden
Taten aufgrund von Beobachtungen sowie vereinzelt sogar
durch mutiges Zugreifen und Festhalten eines Täters wichtige
Hinweise erlangt werden. Der Leiter der Polizeidirektion
Heilbronn, Roland Eisele, appelliert an die Bürger: "Zur
Aufklärung dieser Straftaten sind wir besonders auf die
Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Wir raten nicht, dass
jemand versucht, die Täter fest zu halten. Der Polizei helfen
oft schon exakte Personenbeschreibungen und ein Hinweis
auf den Fluchtweg“. Roland Eisele und seine Ermittler der
Kriminalpolizei sind davon überzeugt, dass sich die meisten
Täter über die Folgen ihres Handelns nicht bewusst sind:
„Spätestens wenn sie bei uns zur Vernehmung sitzen, wird
ihnen klar, welche Konsequenzen ihr Handeln hat und sie
brechen in Tränen aus," so der Leitende Polizeidirektor.
Eisele macht deutlich, dass durch diese Raubüberfälle auf
offener Straße das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen
und Bürger erheblich verletzt wird und die Polizei in enger
Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft solche Straftaten
stets konsequent verfolgen wird, selbst wenn die Beute nur
einige Cent beträgt.
Der Leiter der Staatsanwaltsschaft Heilbronn, Ministerialrat
Frank Rebmann, weist darauf hin: “Raub und räuberischer
Diebstahl sind auch bei einer geringen Beute keine Bagatelldelikte,
sondern Verbrechen, für die nach dem Gesetz jeweils Freiheitsstrafen
von einem bis zu fünfzehn Jahren vorgesehen sind. Diese
empfindliche Strafandrohung ist erforderlich, um dem erheblichen
Unrecht der Tat, das sich auch in den zum Teil gravierenden
physischen und nicht selten auch langfristigen psychischen
Folgen für die Opfer solch schwerer Gewaltdelikte zeigt,
im Rahmen der Strafzumessung angemessen Rechnung tragen
zu können. Die Strafandrohung dient zum anderen der Abschreckung,
d.h. Gewaltbereite sollen erkennen, dass sich derartige
Taten niemals lohnen. Damit schützt sie zugleich potenzielle
Opfer.“
Quelle: Pressemeldung Polizei Heilbronn
|